{"id":82,"date":"2022-04-14T17:57:14","date_gmt":"2022-04-14T15:57:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.htfp.or.at\/pferdebande\/?p=82"},"modified":"2022-05-03T18:51:09","modified_gmt":"2022-05-03T16:51:09","slug":"beruehrungspunkte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/beruehrungspunkte\/","title":{"rendered":"Ber\u00fchrungspunkte: Von Gewalt betroffene junge Frauen* (Projektkonzept)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><object class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/05\/pferdebande_beruehrungspunkte.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von pferdebande_beruehrungspunkte.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-27cf7932-e5e1-4353-93db-7fd797f3b9b2\" href=\"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/05\/pferdebande_beruehrungspunkte.pdf\">pferdebande_beruehrungspunkte<\/a><a href=\"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/05\/pferdebande_beruehrungspunkte.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-27cf7932-e5e1-4353-93db-7fd797f3b9b2\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h4>Hintergrund <\/h4>\n\n\n\n<p>Bis zu einem Alter von 16 Jahren haben rund <strong>drei Viertel<\/strong> der M\u00e4dchen* und jungen Frauen* <sup>[Fu\u00dfnote 1]<\/sup>&nbsp;in \u00d6sterreich direkte <strong>psychische und\/oder k\u00f6rperliche Gewalterfahrungen<\/strong> im sozialen Nahraum gemacht. W\u00e4hrend diese beiden Formen kaum geschlechtsspezifische Unterschiede aufweisen, sind junge Frauen* <strong>sexualisierter Gewalt<\/strong> mehr als doppelt so oft ausgesetzt wie junge M\u00e4nner* <sup>[Fu\u00dfnote 2]<\/sup> \u2013 <strong>jedes<\/strong> <strong>3. bis 4. M\u00e4dchen*<\/strong> ist betroffen <sup>[Fu\u00dfnote 3]<\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl die <strong>Folgen<\/strong> von Gewalterfahrungen auf Gef\u00fchls-, Verhaltens- sowie K\u00f6rperebene <strong>nachhaltig und langwierig<\/strong> sind und sich oft erst viel sp\u00e4ter manifestieren, <strong>fehlt es an kinder- und jugendspezifischen Angeboten<\/strong><sup> <\/sup><sup>[Fu\u00dfnote 4]<\/sup>. Genau hier setzt <em>Ber\u00fchrungspunkte <\/em>an.<\/p>\n\n\n\n<h4>Projektidee<\/h4>\n\n\n\n<p>Das Projekt greift die <strong>besondere Anziehungskraft<\/strong><sup> <\/sup><sup>[Fu\u00dfnote 5]<\/sup>, die Pferde auf M\u00e4dchen* und junge Frauen* aus\u00fcben, auf und <strong>unterst\u00fctzt<\/strong> durch entsprechende F\u00f6rderung mit dem Tier <strong>ganzheitlich<\/strong> \u2013 auf emotionaler, sozialer, k\u00f6rperlicher und kognitiver Ebene \u2013 im <strong>Umgang mit den Folgen <\/strong>gemachter Gewalterfah\u00adrungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die traumatischen Erlebnisse f\u00fchren bei M\u00e4dchen* oft dazu, dass sich ihre unterdr\u00fcckte Wut und der erfahrene Schmerz <strong>gegen sich selbst<\/strong> richten <sup>[Fu\u00dfnote 6]<\/sup>. Auswirkungen, die sich h\u00e4ufiger bei jungen Frauen* beobachten lassen, sind <sup>[Fu\u00dfnote 7]<\/sup>:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Unsicherheit<\/li><li>R\u00fcckzug<\/li><li>selbstsch\u00e4digendes und\/oder selbstverletzendes Verhalten<\/li><li>Essst\u00f6rungen<\/li><li>Angst<\/li><li>Kontaktvermeidung<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Ber\u00fchrungspunkte <\/em>setzt an den St\u00e4rken und Ressourcen der Teilnehmer*innen an und ber\u00fccksichtigt dadurch ihre individuellen und konstruktiven Gestaltungskompetenzen <sup>[Fu\u00dfnote 8]<\/sup>, wodurch eine <strong>Voraussetzung f\u00fcr die Aufarbeitung<\/strong> der erlebten Gewalt geschaffen wird <sup>[Fu\u00dfnote 9]<\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<h4>Projektziele<\/h4>\n\n\n\n<p>Daraus ergeben sich folgende <strong>Projektziele<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Steigerung des Selbstvertrauens<\/li><li>Stabilisierung des Selbstwertes<\/li><li>Erproben von Interaktionsm\u00f6glichkeiten<\/li><li>Erh\u00f6hung der Beziehungsf\u00e4higkeit<\/li><li>Erproben von Bewegungsm\u00f6glichkeiten<\/li><li>Erleben von K\u00f6rperkontakt, ohne Grenz\u00fcberschreitungen bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4>Zielgruppe<\/h4>\n\n\n\n<p>Das Projekt richtet sich an M\u00e4dchen* und junge Frauen_ im Alter zwischen <strong>12 und 17 Jahren<\/strong> die direkte Gewalt im sozialen Nahraum erlebt haben <sup>[Fu\u00dfnote 10]<\/sup>. <em>Ber\u00fchrungspunkte <\/em>m\u00f6chte dabei vor allem auch Kindern und Jugendlichen mit Migrationsgeschichte, aus sozio-\u00f6konomisch schw\u00e4cheren Familien, mit Mobilit\u00e4tsbeeintr\u00e4chtigung und\/oder Lernschwierigkeiten den Zugang zu dieser einzigartigen F\u00f6rderung erm\u00f6glichen. Durch Kooperationen mit verschiedenen etablierten Einrichtungen, die Beratung zum Thema Gewalt anbieten, wird die Erreichbarkeit der <strong>Zielgruppe<\/strong> gesichert.<\/p>\n\n\n\n<h4>Warum eine F\u00f6rderung mit dem Pferd?<\/h4>\n\n\n\n<p>Gr\u00fcnde, die f\u00fcr den Einsatz des Pferdes als Partner*in in der Arbeit mit von Gewalt betroffenen M\u00e4dchen* und jungen Frauen* sprechen, sind:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>keine Konsequenz, die auf eine bestehende Auff\u00e4lligkeit zur\u00fcckzuf\u00fchren ist (Pferdesport)<\/li><li>hohe Anziehungs- und Motivationskraft (Einstieg, Durchhalteverm\u00f6gen)<\/li><li>unvoreingenommene Akzeptanz (Beurteilungsfreiheit) <sup>[Fu\u00dfnote 11]<\/sup><\/li><li>Erleben und Einfluss nehmen auf Macht bzw. Ohnmacht (Handlungsmacht) <sup>[Fu\u00dfnote 12]<\/sup><\/li><li>Verbesserung des Bezugs zum eigenen K\u00f6rper (K\u00f6rperarbeit) <sup>[Fu\u00dfnote 13]<\/sup><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Zielgruppe des Projekts <strong>relevante Handlungsweisen<\/strong> im Rahmen der F\u00f6rderung mit dem Pferd:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>gemeinsame Absprache \u00fcber die Gestaltung der Einheiten <sup>[Fu\u00dfnote 14]<\/sup><\/li><li>Einbindung der Teilnehmer*innen in die Vorbereitung und Umsetzung der Einheiten<\/li><li>Themen der M\u00e4dchen* und jungen Frauen* aufgreifen <sup>[Fu\u00dfnote 15]<\/sup><\/li><li>Prinzip des \u201eStop\u201c-sagen-K\u00f6nnens <sup>[Fu\u00dfnote 16]<\/sup><\/li><li>Verst\u00e4ndnis von Angst als Schutz und als Voraussetzung f\u00fcr einen Entwicklungsschritt <sup>[Fu\u00dfnote 17]<\/sup><\/li><li>Verl\u00e4sslichkeit in der Beziehung zu den Teilnehmer*innen anstreben <sup>[Fu\u00dfnote 18]<\/sup><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4>Umsetzung<\/h4>\n\n\n\n<p>Im Hinblick auf ein kontinuierliches und stabiles Beziehungs\u00adangebot sowie die Nachhaltigkeit des Projekts, aber auch um eine gewisse Flexibilit\u00e4t zu erm\u00f6glichen, ist die Umsetzung \u00fcber mehrere Monate geplant. Angedacht sind dabei mindestens einmal w\u00f6chentliche Einheiten f\u00fcr <strong>5 M\u00e4dchen* und junge Frauen*<\/strong> im Einzelsetting zu je 30 Minuten (insgesamt 20 Einheiten pro Person). Die Durchf\u00fchrung orientiert sich an den Grunds\u00e4tzen <strong>feministischer M\u00e4dchen*arbeit<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ber\u00fchrungspunkte <\/em>soll im <strong>Reit- und Therapiezentrum Donaustadt<\/strong> (E\u00dflinger Hauptstra\u00dfe 192, 1220 Wien) umgesetzt werden. Die Wahl des Veranstaltungsortes entschied sich aufgrund folgender Aspekte:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>verl\u00e4ssliche, gut ausgebildete und ausgeglichene Therapiepferde<\/li><li>ein <strong>barrierefrei<\/strong> zug\u00e4ngliches Gel\u00e4nde und eine elektronische Rampe als Aufstiegshilfe<\/li><li>die gute Anbindung an \u00f6ffentliche Verkehrsmittel<\/li><li>die M\u00f6glichkeit bei Schlechtwetter die Reithalle zu nutzen<\/li><li>ein weitl\u00e4ufiges Gel\u00e4nde, das kleine Ausritte erm\u00f6glicht<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-default\"\/>\n\n\n\n<h4>Fu\u00dfnoten<\/h4>\n\n\n\n<p>[1] vgl. H\u00f6lscher-Regener 2016:279<\/p>\n\n\n\n<p>[2] vgl. ebd. 2016:269ff<\/p>\n\n\n\n<p>[3] vgl. ebd. 2016:268<\/p>\n\n\n\n<p>[4] vgl. ebd. 2016:269<\/p>\n\n\n\n<p>[5] vgl. ebd. 2016:272<\/p>\n\n\n\n<p>[6] vgl. ebd. 2016:275<\/p>\n\n\n\n<p>[7] vgl. ebd. 2016:276<\/p>\n\n\n\n<p>[8] vgl. ebd. 2016:279<\/p>\n\n\n\n<p>[9] Nur eines von 10 der betroffenen Kinder schafft es, sich jemandem Anzuvertrauen und sich Hilfe zu holen. Darum soll die Teilnahme am Projekt auch jenen M\u00e4dchen* erm\u00f6glicht werden, bei denen ein Verdacht auf Gewalterfahrung besteht (vgl. Bundesverband \u00d6sterreichischer Kinderschutzzentren 2018); vgl. Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg 2018<\/p>\n\n\n\n<p>[10] vgl. Schleehauf 2010:21ff<\/p>\n\n\n\n<p>[11] vgl. BMFJ 2016:12<\/p>\n\n\n\n<p>[12] vgl. Schadowski 2017; Ostbomk-Fischer 2008:11<\/p>\n\n\n\n<p>[13] vgl. Schleehauf 2010:29; H\u00f6lscher-Regener 2015:268<\/p>\n\n\n\n<p>[14] <strong>Die professionelle Aufarbeitung der Gewalterfahrungen selbst ist kein Ziel des Projekts.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>[15] Mit M\u00e4dchen* und Frauen* sind all jene gemeint, die sich dieser Gruppe zugeh\u00f6rig f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p>[16] Die altersspezifische Betrachtung der Studie zeigt, dass Frauen* zwischen 51 und 60 Jahren in ihrer Kindheit und Jugend signifikant h\u00e4ufiger k\u00f6rperliche (51 bis 60 Jahre: 80,8%, 16 bis 20 Jahre: rund 55%) und sexualisierte (51 bis 60 Jahre: 40,8%, 16 bis 20 Jahre: 19,6%) Gewalt erlebt haben als jene zwischen 16 und 20 Jahren (vgl. \u00d6IF 2011:10). F\u00fcr \u00d6sterreich gibt es derzeit keine aktuellere Studie.<\/p>\n\n\n\n<p>[17] vgl. Verein Schmetterlinge 2018<\/p>\n\n\n\n<p>[18] vgl. Bundesverband \u00d6sterreichischer Kinderschutzzentren 2018; Verein Schmetterlinge 2018<\/p>\n\n\n\n<h4>Literatur und Quellen<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Literatur- und Quellenangaben finden sich in der PDF-Datei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Konzept zum Projekt &#8222;Ber\u00fchrungspunkte&#8220; (2018) ist gegliedert in: Hintergrund, Projektidee, Projektziele, Vorteile der Arbeit mit dem Pferd, Zielgruppe und Umsetzung.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1039,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_kad_post_transparent":"","_kad_post_title":"","_kad_post_layout":"","_kad_post_sidebar_id":"","_kad_post_content_style":"","_kad_post_vertical_padding":"","_kad_post_feature":"","_kad_post_feature_position":"","_kad_post_header":false,"_kad_post_footer":false},"categories":[12,10,13],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=82"}],"version-history":[{"count":50,"href":"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1292,"href":"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82\/revisions\/1292"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1039"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=82"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=82"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.htfp.or.at\/neu\/uebersicht\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=82"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}